Victor Stainmann Almoner · The Freemason’s Library & Ritual Archive
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Warum Menschen Freimaurer werden

Sechs beständige Gründe, aus denen Menschen an die Logentür klopfen: Selbstvervollkommnung, sittliche Entwicklung, Brüderlichkeit, Wohltätigkeit, Bildung und Führung.

Selbstvervollkommnung

Das Gründungssinnbild des Handwerks ist der rauhe Stein — der unbearbeitete Stein, den der Lehrling zu glätten lernt. Die Freimaurerei bietet ein geordnetes, lebenslanges Programm der Arbeit an sich selbst: auswendig lernen, nachsinnen, vortragen, anleiten; ein Amt übernehmen, sein Wort halten, vollenden, was man begonnen hat. Wenige Einrichtungen verlangen von einem erwachsenen Menschen, sich beständig weiter zu glätten; die Loge tut es, sanft und unerbittlich.

Sittliche Entwicklung

Jeder Grad ist eine in Szene gesetzte sittliche Lehre — über Ehrlichkeit, über Treue unter Druck, über das Antlitz der Sterblichkeit in Aufrichtigkeit. Die Sinnbilder, die man aus dem Logenraum mit hinausträgt, wirken wie ein Gewissen für die Westentasche: Das Winkelmaß fragt war das gerecht?, die Wasserwaage fragt hast du ihn als Gleichen behandelt?, der Zirkel fragt war das im rechten Maß?

Brüderlichkeit

In einem Zeitalter sich lichtender gesellschaftlicher Bande ist die Loge eine fertige Gemeinschaft, die Berufe, Generationen und Glaubensrichtungen überspannt. Ein Freimaurer, der in eine fremde Stadt reist, kann eine Loge und einen Willkomm finden; ein Bruder in Not findet Besucher, Mahlzeiten und tätige Hilfe. Die Freundschaften, die über Jahre gemeinsamer Arbeit und Tafellogen entstehen, sind für die meisten Mitglieder das größte Geschenk des Handwerks.

Wohltätigkeit

Die freimaurerische Wohltätigkeit beginnt im Stillen — der Almosenier der Loge wacht über Witwen und Kranke — und steigert sich zu Krankenhäusern, Luftrettung, Stipendienfonds und Katastrophenhilfe, weltweit in Hunderten von Millionen jährlich bemessen. Die Mitglieder geben freiwillig, ohne Erwartung einer Gegenleistung und weitgehend ohne Aufhebens. Für viele ist die organisierte Großzügigkeit selbst der Grund, dazuzugehören.

Bildung

Die Freimaurerei ist eine Bildungsgesellschaft im Gewand: Vorträge, Forschungslogen, Bibliotheken — wie diese hier —, Zeitschriften und Studienkreise. Ein wissbegieriger Freimaurer kann ein Leben lang über die Geschichte, Symbolik, Rechtsordnung und Musik des Handwerks nachsinnen und sie nie ausschöpfen. Unsere Lehrpläne und die Reise bestehen genau zu diesem Zweck.

Führung

Jede Loge ist eine kleine Schule der Selbstverwaltung. Ein Mitglied lernt, frei zu sprechen, eine Versammlung zu leiten, einen Haushalt zu führen, Streitigkeiten beizulegen und Freiwillige anzuführen — und steigt durch die Ämter bis zum Stuhl des Meisters auf. Viele Menschen schreiben der Loge das Selbstvertrauen und die Fähigkeiten zu, die sie später in Beruf, öffentlichen Dienst und Gemeinschaftsleben mit hineinnahmen.