Victor Stainmann Almoner · The Freemason’s Library & Ritual Archive
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Was ist Freimaurerei?

Eine Einführung in die älteste Bruderschaft der Welt — ihr Zweck, ihre Grundsätze, verbreitete Missverständnisse und die häufigsten Fragen.

Einführung

Die Freimaurerei ist die älteste und größte Bruderschaft der Welt — eine Gemeinschaft von Menschen, die durch gemeinsame Ideale von Redlichkeit, Freundschaft und Dienst verbunden sind. Sie ist weder eine Religion noch eine politische Bewegung; sie ist ein geordneter Weg, gute Menschen dazu anzuhalten, besser zu werden, und bedient sich dabei der Symbolik des mittelalterlichen Steinmetzhandwerks als Lehrsprache.

Die Mitglieder versammeln sich in Logen, in denen Zeremonien, die seit drei Jahrhunderten überliefert werden, sittliche Lehren veranschaulichen. Die Werkzeuge der alten Bauleute — Winkelmaß, Zirkel, Wasserwaage, Senkblei — werden zu Sinnbildern: allen gegenüber gerecht zu handeln, die Leidenschaften im rechten Maß zu halten, jeden als Gleichen zu behandeln, aufrecht zu leben.

Heute gehören dem Handwerk weltweit mehrere Millionen Menschen an, die in Logen von London bis Kiew, von São Paulo bis Tokio zusammenkommen — verschiedene Sprachen und Riten, eine gemeinsame Überlieferung.

Grundsätze und Werte

Die Freimaurerei ruht überlieferungsgemäß auf drei großen Grundsätzen:

  • Bruderliebe — Toleranz, Achtung und aufrichtige Sorge um andere; die Loge vereint Menschen jeden Glaubens, jeder Nation und jedes Standes, die sich sonst nie begegnet wären.
  • Hilfeleistung — tätige Wohltätigkeit. Seit frühester Zeit hat das Handwerk für bedürftige Brüder, Witwen und Waisen gesorgt, und heute unterstützt es weltweit Krankenhäuser, Katastrophenhilfe, Stipendien und gemeinnützige Anliegen. Der Logenbeamte, dem diese Fürsorge obliegt, ist der Almosenier (Almoner), nach dem diese Plattform benannt ist.
  • Wahrheit — das lebenslange Streben nach Wissen, Selbsterkenntnis und sittlicher Klarheit.

Um diese kreisen weitere Werte, welche die freimaurerische Lehre beständig bekräftigt: Redlichkeit, Worttreue, Klugheit, Mäßigung, Standhaftigkeit, Gerechtigkeit und Achtung vor den Gesetzen des Landes, in dem der Freimaurer lebt.

Verbreitete Missverständnisse

  • „Die Freimaurerei ist eine Geheimgesellschaft.“ Genauer ist sie eine Gesellschaft mit nichtöffentlichen Zeremonien. Logengebäude sind gekennzeichnet, die Mitgliedschaft wird offen eingeräumt, Satzungen und Regeln werden veröffentlicht — wie tausende Schriften in unserer eigenen Bibliothek bezeugen.
  • „Sie ist eine Religion oder ein Ersatz dafür.“ Die Freimaurerei verlangt von ihren Mitgliedern den Glauben an ein Höchstes Wesen, bietet aber keine Theologie, keine Sakramente und keinen Heilsweg. Menschen aller Glaubensrichtungen sitzen beisammen; religiöse Streitgespräche sind in der Loge überlieferungsgemäß untersagt.
  • „Sie ist ein politisches Netzwerk.“ Auch das Erörtern parteipolitischer Fragen ist in der Loge untersagt. Logen unterstützen weder Kandidaten noch Anliegen.
  • „Freimaurer schwören, einander unrechtmäßig zu fördern.“ Jede Verpflichtung, die ein Freimaurer eingeht, ist seinen Pflichten gegenüber Gott, dem Gesetz und seinen Mitbürgern ausdrücklich nachgeordnet.
  • „Die Rituale sind unheimlich.“ Lesen Sie sie selbst — unser Ritualarchiv verwahrt über tausend davon. Es sind sittliche Schauspiele: Sinnbilder von Bau, Treue, Sterblichkeit und Hoffnung.

Häufige Fragen

Wer kann beitreten? In den meisten Gerichtsbarkeiten: Männer reifen Alters (in der Regel mindestens 18–25 Jahre, je nach Großloge) von gutem Ruf, die an ein Höchstes Wesen glauben. In vielen Ländern bestehen daneben Frauen- und gemischte Orden mit eigener Geschichte.

Wie tritt man bei? Überlieferungsgemäß, indem man darum bittet. Der Bewerber richtet ein Gesuch an eine Loge, wird befragt und von den Mitgliedern gewählt — wie das alte Sprichwort sagt: „Um Freimaurer zu werden, frage einen Freimaurer.“

Was geschieht bei einer Logenversammlung? Zuerst die Geschäfte — Protokolle, Abrechnungen, Wohltätigkeit — dann die zeremonielle Arbeit: das Erteilen von Graden an Bewerber, Vorträge über die Symbolik und im Anschluss ein gemeinsames Mahl, die sogenannte „Tafelloge“.

Was kostet die Mitgliedschaft? Mäßige Jahresbeiträge, Wohltätigkeit nach eigenem freien Ermessen und Zeit.

Ist die Freimaurerei überall gleich? Im Wesentlichen ist sie erkennbar eine Familie, doch Riten und Gebräuche sind verschieden. Die Enzyklopädie auf dieser Plattform beschreibt Hunderte von Orden, Riten und Systemen.

Setzen Sie mit der Reise durch die Freimaurerei fort — einer Einführung in zehn Schritten.